Biber Cup 2017 | Team WT (F)

Am ersten April – nein, kein Scherz – starteten wir nach langer Abstinenz wieder mal auf einem WT. 3 Jahre sind wir nicht gestartet… das hat viele Gründe … aber das gehört hier nicht her.

Ich hab mich sehr gefreut und nachdem Anke, Katharina und ich uns vorab zu einem Training getroffen hatten wusste ich, dass die Chemie stimmen wird.

Keks (O), Fiene (F), Bootsmann (A)

Anke und ich hatten uns wie beim letzten Mal wieder im Landgasthof Hirsch eingemietet und genossen den Abend bei einem feudalen Essen und Cocktails, die einem die Schuhe auszogen.

Bei strahlendem Sonnenschein und für unsere Begriffe schon fast zu warm starteten wir in den Prüfungstag und freuten uns, viele bekannte Gesichter zu sehen.

Eigentümlicher Weise und ganz gegen meine Gewohnheit war ich nicht „prüfungspanisch“. Es kribbelte im Bauch, ja, aber es war mehr die Vorfreude auf den Tag und nicht die Angst, etwas nicht schaffen zu können. Da hat sich an meiner Einstellung doch gewaltig was verändert.

Und dann ging es los!

Die Aufgabenbeschreibungen folgen in der Reihenfolge in der sie von uns gearbeitet wurden. Ein heißer Dank geht hier an Anke, bei der ich mir diese gemopst habe.

Aufgabe 2 – Jörg Mente

Startpunkt mit Blick auf ein brach liegendes Feld und Helfer H2. Rechts davon ein etwa 20m breiter Streifen mit sehr hohem Bewuchs (weiß umrandeter Bereich), dort standen Werfer H1 und ein Schütze. Es fiel ein Schuss und M1 wurde geworfen, einige Sekunden später wurde (ohne weiteren Schuss) M2 geworfen. Nach Freigabe durfte der A-Hund M1 + M2 arbeiten und anschließend anleinen.

Nun wurde M3+4 nach Schuss als Dublette in Richtung Hochsitz geworfen. Rechts vom Helfer H2 lagen zwei Blinds B1+B2 einige Meter weit im Bewuchs. Zuerst sollte die Dublette geholt werden, anschließend die beiden Vollblinds. Das F- und O-Team durften (nachdem die Dublette gefallen war) selbst entscheiden und ansagen, welches Team die Dublette und welches Team die Blinds holen wird.

Die Hunde waren ab Höhe des Helfers H1 außer Sicht. Die beiden Blinds lagen bereits, als die Dublette gearbeitet wurde. Kam ein Hund mit dem falschen Dummy, gab es Punktabzug.

Nun ging es also los. Wir standen da in der Mitte und beobachteten den Fall der Doublette. Also ich beobachtete. Fiene machte auf mich einen völlig „abwesenden“ Eindruck und so waren Anke und ich uns schnell einig, dass der Keks diese beiden Dummys holt. Soweit unser Plan…

Um es kurz zu machen, Biscuit hatte nicht wirklich gut markiert und Anke hatte es in dieser Aufgabe wirklich schwer (hier nachzulesen)

Als wir an der Reihe waren die Blinds einzusammeln machte ich den ersten – entscheidenden – Fehler. Ich wollte Fiene direkt, also schräg in den hohen Bewuchs schicken. Sie ging prima raus, fand eines der Dummys der Doublette und wir wussten .. Der Fienuckel hat sehr wohl markiert – möööööp!

Anke soufflierte mir…. Beim zweiten Blind schick sie gerade über den Acker, stoppen und dann nach rechts. Gesagt, getan, gefunden…So einfach kanns gehen.

Hier muss ich Anke und mich doch mal loben. Wir haben tatsächlich die Nerven behalten, haben uns ausgetauscht und reagiert! Als ich Fiene auf das zweite Blind ausrichtete war sie mir beim ersten „Hand raus“ nicht fokussiert genug, ich nahm mir die nötige Zeit um sie zu schicken und es hat gefunzt. Das sah in der Vergangenheit oft anders aus. Da wollte ich nur schnell fertig werden und bin oft hektisch gewesen.

Aufgabe 3 – Sebastian Hochreiter

Startpunkt mit Blick auf: abfallende Wiese, ein Graben, ansteigende Wiese (dort stand Helfer H1), gefolgt von ca. 30m Altgras (dort stand Helfer H2), dahinter ein Weg und ein höher liegendes Feld (dort stand Helfer H3).

– Schuss, M1 fiel + wurde nach Freigabe vom A-Hund geholt. Während der Hund auf dem Rückweg war, wurde ein Dummy auf die M1-Fallstelle nachgeworfen. Dieses war ohne weitere Freigabe vom A-Hund zu holen.

– Schuss, M2 fiel + wurde nach Freigabe vom F-Hund geholt. Während der Hund auf dem Rückweg war, wurde ein Dummy auf die M2-Fallstelle nachgeworfen. Dieses war ohne weitere Freigabe vom F-Hund zu holen.

– Schuss, M3 fiel + wurde nach Freigabe vom O-Hund geholt. Während der Hund auf dem Rückweg war, wurde ein Dummy auf die M3-Fallstelle nachgeworfen. Dieses war ohne weitere Freigabe vom O-Hund zu holen.

Entfernungen: M1 ca. 50m, M2 ca. 90m, M3 ca. 120m (gemessen mit Google Earth und wie immer ohne Gewähr)

Was so einfach aussah, war es in Wirklichkeit nicht. Die Hunde, besonders der O Hund, haben sowohl die Markierung/en des/der vorherigen Teammitglieder gesehen und diese lagen wirklich auf einer Linie.
Fiene hat ihre Markierung sauber gearbeitet, beim Voran auf das Halbblind nahm sie im Fallbereich der A-Markierung die Nase runter. Ich stoppte sie sofort und schickte sie back auf ihre Stelle. Kurz gesucht und schwupp – gefunden.
Bei dieser Aufgabe ziehe ich meine virtuelle Basecap vor Anke und dem Keks ♥ Die O Markierung war zwar gut zu sehen aber das Gelände richtig schwer. Auch die Strecke gleich zweimal hintereinander, bergauf, durch den fiesen Bewuchs, über den Weg, nochmal ein kleiner Hang und dann aufs freie Feld in den Fallbereich war hammermäßig! Das habt ihr echt toll gemacht.

Aufgabe 1 – Dr. Ursula Friedrich

Startpunkt auf einer Wiese links von einem Teich mit Blick auf einen Schilfgürtel am Ende der Wiese. Dort fand ein Treiben statt. Die Treiber gingen los (Schütze vor dem Schilf, Werfer hinter dem Schilf) und es fiel direkt M1. Auf dem Weg nach links wurde ein Dummy immer wieder hochgeworfen und wieder aufgefangen. Am Schluss des Treibens fiel M2. Kurz darauf kam von hinten M3 in den Teich geflogen.

– Der A-Hund durfte M3 arbeiten und anleinen.
– Der F-Hund arbeitete M2.
– Der O-Hund arbeitete M1 und sollte dabei den direkten Weg durch den Teich gehen.

Entfernungen: M3 ca. 15m, M2 ca. 70m, M1 ca. 90m (gemessen mit Google Earth und wie immer ohne Gewähr)

Wasser… bei unserem letzten WT Start beim BLC 2014, hat uns das die Null gebracht. Heute war ich direkt ein bisschen traurig, weil der F-Hund tatsächlich keine einzige Wasseraufgabe arbeiten sollte.

Wir standen da und die Aufgabe begann. Leider hatte unser A-Hund große Probleme mit dem Einstieg in dieses Gewässer. Das Schilf im gesamten Uferbereich war geschnitten worden und sobald die Hunde mit den Pfoten darauf kamen hat es wohl doll gepiekst. Ein beherzter Sprung wäre die Lösung gewesen.

So lag aber das Wassermark noch als Fiene an der Reihe war. Die Richterin war sichtlich betrübt und bedauerte es uns „unnötig schwer“ machen zu müssen.

Fiene musste also Voran auf M2 und dabei vorbei an M1, dass noch so vor sich hin dümpelte. „Kein Problem“ sagte ich und richtete Fiene aus. Gut konzentriert lief sie voran, suchte und fand.

Da der O-Hund ja durchs Wasser sollte bat die Richterin mich, Fiene auch das Wassermark holen zu lassen. Was soll ich sagen. Perfekt! Reinhüpfen, elegant rausklettern, sauber abgeben, warten bis die Richterin zurückgetreten ist… dann schütteln. Das war unsere beste Aufgabe des Tages.

Die Arbeit von Biscuit war eines der Highligts des Tages .. nur soviel… sie kam nicht mit einem Dummy zurück und hatte trotzem keinen Punktabzug …. (bitte hier lesen!)

Es folgte eine längere Pause auf dem freien Feld und leider ohne Schatten. Ich glaube das hat uns ein bisschen die Spannung geraubt. Fiene schnorchelte schon vor sich hin und ich musste sie tatsächlich ein bisschen wach spielen vor unserem nächsten Einsatz.

Aufgabe 4 – Dr. Ursula Friedrich

Startpunkt in einem gemähten Bereich (weiß umrandet) mit Blick auf einen kleinen Schilftümpel. Zuerst Schuss von Helfer H1 + M1 fiel, kurz danach ein weiterer Schuss von Helfer H2 und M2 fiel.

– Der A-Hund arbeitete M1 und durfte anleinen.
– Der F-Hund arbeitete M2 (Bewuchs wechselte auf dem Weg dorthin von Wiese auf platt gedrücktes Schilf).
– Der O-Hund arbeitete das Vollblind B, welches am Ende des gemähten Bereichs in einem höheren Altgrasstreifen lag. Wenn der Hund auf dem Rückweg in Höhe des Tümpels war, wurde mit Schuss eine Verleitmarkierung in den Tümpel geworfen (wie M1). Diese sollte anschließend noch geholt werden.

Entfernungen: leider keine Ahnung

Tja, wenn man schon denkt…. „was für eine schöne Aufgabe“

Naja, sie war wirklich schön aber was Fiene und ich ablieferten kann man nur als „gruselig“ bezeichnen. Als wir die Freigabe für unsere Markierung erhielten (und ich war sicher, dass Fiene gut markiert hat), richtete ich sie aus und schickte sie los. Was folgte war ein schier endloses Pfeifkonzert aus Tüt Tüt (komm näher), Tüüüt Tüüüt (du sollst näher kommen!), TÜÜÜÜÜT TÜÜÜÜÜÜT (himmelherrgottsackzementkommjetztnähersonstsetzteswas!!!!), Tüüüüt (Stop), tüttüttüttüt (Such), Tüüüüüüüt (Stop) – Tüt Tüt (komm näher) ….. Den Rest erspare ich euch. Ich war viel zu langsam und die freie Wiesenfläche hinter dem platten Schilf zog Fiene magisch an… Hatte ich erwähnt, dass die Richterin gesagt hatte, dass der Hund da NICHT hin soll *urgs*

Na ja, durch einen wirklich blöden Zufall ist mein Hundchen dann doch noch über das Dummy gestolpert und wir hatten es drin.

Aber auch hier bin ich im nachhinein wirklich nicht unzufrieden mit uns. Schön ist zwar wirklich anders aber wir haben uns durchgekämpft und Fiene hat nicht zu gemacht. Das war lange unser größtes Problem und wir scheinen es tatsächlich überwunden zu haben.

Aufgabe 5 – Jörg Mente

Startpunkt auf einem abgeernteten Maisacker mit Blick auf einen Zaun, dahinter sehr hoher Bewuchs. Zuerst fiel Schuss + M1 direkt vor den Zaun. M1 wurde nach Freigabe vom A-Hund geholt, der anschließend anleinen durfte.

Schuss + M2 fiel hinter den Zaun in den hohen Bewuchs. Das Vollblind B lag direkt hinter dem Zaun und war sehr gut im Gras versteckt. Nachdem M2 gefallen war, durften F- und O-Team selbst entscheiden und ansagen, wer zuerst das Mark und wer anschließend das Blind arbeiten würde.

Das Blind lag bereits zu Beginn der Aufgabe, war aber sehr gut im Bewuchs versteckt. Wäre trotzdem der Fall eingetreten, dass A- oder F-Hund statt des Marks das Blind in die Nase bekommen und gebracht hätten, wäre dies i.O. gewesen (d.h. keine Null, kein Punktabzug).

Entfernungen: leider keine Ahnung

Diese Aufgabe wird mir für immer in meinem Gedächtnis und in meinem Herzen bleiben. Selten habe ich mich mehr gefreut, dass ein Hund eine Aufgabe bewältigt hat … und es war nicht Fiene 😉 – naja, die schon auch.

Es wurde warm und wärmer und dann auch noch ein Zaun… ECHT JETZT!?

Na gut, schlimmer als in dem doofen Plattschilfgeussel kanns nicht werden. Anke und ich waren uns einig, dass Fiene das Mark holen geht und das hat auch richtig gut geklappt. Vor dem Zaun brauchte sie ein weiters „Hopp“ und schwupp war sie drüben, verschwand im Bewuchs und war schneller wieder da, als ich gucken konnte.

Was nun folgte war, wie ich mit einem zufälligen Blick auf Fiene festellen konnte, Standruhetraining extrem!

Anke schickte Biscuit auf das Blind. Die möppelte los um vor dem Zaun eine Vollbremsung hinzulegen und mit einem entnervten Blick über ihre Schulter Anke signalisierte …. „Ihr habt ja wohl ne Meise unterm Ponny!“

Anke blieb ganz ruhig. HOPP! (sie schmiss den Arm nach oben)

Der Keks zuckelte hin und her…. HOPP! (fuchtel-fuchtel von Anke)

Wieder schlurfte der Keks am Zaun entlang HOPP! (Anke machte den sprichwörtlichen Jumping Jack)

Man sah Biscuit wirklich an, dass sie sich in einer Notlage befand. Der Geist war willig, allein es fehlte die Kraft.

HOOOOPP! (Anke stand inzwischen schräg neben mir und machte ausladende Winkbewegungen zu ihrem Hopp Kommando)

Ich stand seelenruhig da, blickte lässig auf meinen Hund und erstarrte … Fiene war vorgerutscht und aufgestanden. Sie blickte gebannt auf Anke und bei jedem „HOOPP!“ lief ein Zittern durch ihren Körper. Sie guckte als wollte sie sagen “ Jaaaa doch, Hooooppppp kann ich…. soll ich meiner Freundin helfen gehen?“

Oh mein Gott! Beim nächsten Hopp zischte ich Fiene ein leises „Fuß“ zu und sie sortierte sich wieder ein… noch ein Hopp…. „Sitz“ ….. Puuuhhh, das war ja nochmal gut gegangen.

Gebannt verfolgte ich weiter was den am Zaun nun passierte. Biscuit hatte inzwischen Wind vom Dummy und wollte es unbedingt haben.

Sie nahm ihr Retrieverherz in beide Pfoten, machte eine Art Männchen und stemmte sich mit ihren Pfoten gegen den Zaun. Dieser kippte mit dem Keks in Zeitlupe nach vorne und plumskuller… war sie auf der anderen Seite. Zielsicher und ohne Unterstützung eines Suchenpfiffs zuppelte sie das Dummy aus seinem Versteck, blickte nach oben und …. VERDAMMT! hatte sich dieses Miststück von einem Zaun doch wieder aufgerichtet. Diesmal brauchte sie nur wenige Sekunden bis sie ihre Überquerungstaktik wiederholte und plumskuller… war sie auf dem Rückweg.

Bei Anke und mir brachen alle Dämme. Wir klatschten und feuerten Biscuit an und lachten aus vollem Halse … und nicht nur wir. Auch die Helfer und der Richter konnten sich nicht mehr beherrschen und lachten mit uns. Getreu dem Motto … Auf die Punkte is eh geschissen, hab einfach Spaß!

Aufgabe 6 – Sebastian Hochreiter

Walk Up auf einer Wiese parallel zu einem Streifen mit hohem Bewuchs. Der Schütze (mit Flinte) lief links außen mit. Für den A-Hund kam zuerst vom Werfer ein Geräusch, dann folgte der Schuss, M1 fiel vor den Bewuchs und wurde nach Freigabe vom A-Hund geholt. Weitergehen, Schuss, M2 fiel in den Bewuchs und wurde nach Freigabe vom F-Hund geholt. Weitergehen, Schuss, M3 fiel tief in den Bewuchs und wurde nach Freigabe vom O-Hund geholt.

Entfernungen: keine Ahnung; die eingezeichneten Fallstellen sind ebenfalls nur grobe Orientierungspunkte

Die letzte Aufgabe und Fiene tat sich nochmal richtig schwer – vor allem mit einem Frauchen, dass sich nur „dürftig“ die Fallstelle gemerkt hatte.
Naja, ein paar Pfiffe dann war auch das letzte Dummy des Tages endlich drin.

Liebe Anke, liebe Katharina vielen, vielen Dank für diesen schönen Tag. Jederzeit würde ich das wieder machen 🙂

Der Fienuckel und ich waren wirklich fleißig und das Training und der Weg raus aus der Kompfortzone war richtig und auch bitter nötig. Viele Trainings war ich am verzweifeln, weil sie einfach nicht „gegangen“ ist oder sich einfach nicht mehr hat handeln lassen… Auch hier nochmal „Danke Nina“ – Du hast mir beim letzten Biber Cup in 2014 den richtigen Impuls gegeben.

Zusammenfassend kann ich sagen – Geil wars und stolz bin ich 🙂

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~ von Ivonne - 28. April 2017.

2 Antworten to “Biber Cup 2017 | Team WT (F)”

  1. […] Der erste wichtige Termin war gleich am 01.04. Nach 3 Jahren Abstinenz starteten Fiene und ich mal wieder auf einem Workingtest. Zusammen mit Anke und Katharina liefen wir den Biber Cup und hatten schon wie beim letzten Mal jede Menge Spaß. Hier gehts zum Bericht! […]

  2. 😘😍

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