Von Hirschen, Eulen und Dummys

Vor einigen Wochen flatterte die Einladung für das jährliche Grillfest beim Golden Worker Retrievertraining in den virtuellen Briefkasten.

Wir wollten diesen Ausflug mit einer Übernachtung verbinden und so ging die Sucherei nach einem Hotel los. Sonst wirklich vom Glück verwöhnt, gestaltete es sich dieses Mal wirklich schwierig. Betriebsferien, ausgebucht… keine Hunde gestattet….

Da ich mich am Samstag aber noch mit Gabi und ihrer Ejby zu einem Training verabredet hatte, suchte ich also noch rund um Gabis Wohnort und wurde fündig. Es kam dann aber doch ganz anders. 2 Telefonate und 3 Emails später hatten wir eine kleine Ferienwohnung in Winterscheid und nur zwei Häuser weiter wohnt unsere Trainingsverabredung.

Das Umschwenken auf die Ferienwohnung war in zweierlei Hinsicht richtig. 1. wir hatten mehr Platz und 2. kein Kinderkarussell unter dem Fenster. Wie sich herausstellte war nämlich Kirmes!

Unsere Anreise verlief problemlos und als wir am Grillplatz ankamen war schon einiges los. Leider zu viel für unseren Hannes. Die vielen Menschen und Hunde konnte er einfach nicht entspannt ertragen und so brachten wir ihn zurück ins Auto. Bei offener Klappe und einem großen Kauknochen hatte aber auch er noch seinen Spaß.

Es war ein sehr schöner, geselliger Abend. Viele Freunde haben wir getroffen, lecker gegessen und geklönt. Später gab es noch so lustige Spiele wie:

  • Dummy Zielwerfen – Mit einem Dummy in einen Reifen treffen bzw. so nah wie möglich ran
  • Tennisball Lotto – In einem bestimmten Gebiet lagen mit Zahlen versehene Tennisbälle. Der Hund wurde dreimal zu „Suche“ geschickt und die Punkte auf den Bällen zusammen gezählt.
  • Einweisen ohne Hund – Mensch weist Mensch ein 🙂 … auf eine Hugo-Flasche!

Viel zu schnell wurde es dunkel und ich müde. Man muss einfach wissen wann’s genug ist.

Nach einer ruhigen Nacht und einem kleinen Frühstück holte mich Gabi zu unserem Training ab. Gabi hatte eine schöne Runde ausgesucht mit einigen Arbeitsstationen … und die waren richtig klasse.

Wir waren erst kurze Zeit unterwegs, da sagte Gabi plötzlich: „Guck mal, DA…. ein Hirsch!“ Ich spähte angestrengt in die von ihr angezeigte Richtung und da stand er! … Aber… Moment… der bewegt sich ja gar nicht!?

hirsch

Gabi grinste. Das sei eine Zielscheibe für Bogenschützen und schon hatte ich Bilder von Männern in grünen Strumpfhosen und einer Feder am Hut im Kopf…

und musste lachen! Wissend, wie wir mit unseren Dummywesten, dem Entenlocker im Mund oder „brrrrd-brrrrrd“, „yeap-yeap“ rufend von anderen Menschen bevogelzeigt werden. Weiß ich doch nun… es geht immer noch besser.

Wir setzten unseren Weg fort, vorbei an einer Eule

Eule

und immer noch lachend freuten wir uns, dass Fiene und Ejby offensichtlich ein gutes Duo bildeten. Sie flitzen, hüpften watzen durchs Wasser

Goldhunde

Beide zu schnell für mich und die Nikon 😉

aber bevor die beiden ihr ganzes Pulver verschießen konnten waren wir an der ersten Arbeitsstation angekommen. Eine langgezogene Wiese mit einer Verjüngung etwa in der Mitte. Von oben betrachtet sieht sie sicher aus wie eine Sanduhr. Umgeben ist die Wiese von Wald und höherem Bewuchs.

Übung1

Aufgabe 1(a)

Aufgabe 1 – Teil 1

Nachdem die ersten beiden Dummys eingesammelt waren verlegten wir den Startpunkt noch weiter nach hinten. Der Blickwinkel änderte sich wie folgt:

Aufgabe 1(b)

Um die Sache noch ein bisschen schwieriger zu gestalten wurde noch jeweils eine Markierung (D5 + D6) geworfen. Tja, und dann folgte eine weitere Folge der Serie „Get Out!“ – Nein, komm zurück – ausrichten – „Get Out!“ – Nein, komm zurück – ausrichten – „Get Out!“ … achsoDAAAASgeradeausmeintestdukeinProblemichrennmalbisdahintenhinundholeinDummy!

Es ist schon wirklich manchmal zum Verzweifeln, dass sie es meistens noch nicht beim ersten Versuch schafft. Aber… immer mit der Ruhe … mit den kleinen goldenen Hunden! Nachdem Fiene voran auf D3-D4 gemeistert hatte durfte Ejby die Markierung D5 holen und im Anschluss gleich das Voran. Das so schon deutlich sicherer aus als bei meiner Murkel-Liese. Fiene arbeitet dann D6 und das wirklich richtig gut.

Nun wandelten wir die Aufgabe wieder etwas um. Ich machte mich auf den Weg zum Geländeübergang und legte hinter dem hohen Bewuchs zwei Dummys aus.

Dann lief ich zurück und warf erneut jeweils eine Markierung nach rechts und links (an die alten Fallstellen).

Aufgabe 1 (c)

Ich richtete Fiene auf D9 aus. Sie nahm die Richtung perfekt an suchte im Fallbereich und … verschwand hinter dem Bison im Wald. Ich bin wirklich immer wieder erstaunt, welche werferischen Glanzleistungen mein Hund mir zutraut … unglaublich… wenn ich das könnte wäre ich wohl „Profi-Workingtest-Helfer“.

Also Rückruf. Nochmal ausgerichtet geschickt … und wieder war sie in der Idylle des Waldes verschwunden… tststs. Ich ging in den Bereich der mir als Fallbereich im Gedächtnis war und fand … NIX! Gabi gesellte sich zu mir und wir durchkämmten den Bewuchs doch einige Minuten bis wir D9 gerettet hatten. Gabi stellte sich als Helferlein auf und warf diese Markierung für Fiene nochmal die dann auch gleich von mir geschickt wurde. Ejby sammelte sehr souverän D10 ein und dann ging es auf den alten Punkt.

Befürchtet hatte ich es ja schon und so wunderte es mich nicht sonderlich, dass Fiene beim ersten „Get Out!“ rumeierte. Also ging ich vor bis zu dieser Verjüngung im Gelände und zeigte mit der Hand weiter nach hinten in Richtung der ausgelegten Dummys.

Ich setzte sie erneut an und sie ging durch. Wir merkten richtig wie sie an Sicherheit gewann und schneller wurde als sie an den Fallstellen der Markierungen vorbei war. Sie überquerte den Geländeübergang und brauchte noch zwei drei Meter zum Stoppen. Durch den Hier-Pfiff wollte ich sie näher an den Bewuchs heranbringen aber sie war (wie so oft) zu schnell für mich und hüpf … war sie schon wieder auf meiner Seite des Grases. „Stop!“ … „Back!“ … „Suchenpfiff!“ … Hand nach links … Zack, Dummy gepickt und zurück war sie.

Darüber habe ich mich sehr gefreut. Das handeln auf große Entfernung hat Fiene und mir zu Beginn des Jahres doch noch schwer zu schaffen gemacht. Inzwischen klappt es immer besser.

Wir setzten unseren Spaziergang fort, die beiden Mädels begannen ein „Ich hab ein Stöckchen … Guck … und schnell weg – Spielchen“ und Gabi und ich klönten und philosophierten über Training, Methoden, Workingtests und schon waren wir an der nächsten Station. Leider gibt es von dieser keine Fotos da es dort doch sehr dunkel war.

Beschreibung Station 2:

Das Gespann steht im Wald. In ca. 10 Meter Entfernung schlängelt sich ein Bächlein durch die Aufgabe. Hinter dem Bachlauf steigt das Gelände steil an. Der Werfer steht oben im Hang (30 – 40 Meter) Es fällt eine Markierung hinter einen umgefallenen Baum. Werder Flugbahn noch Fallstelle sind gut zu sehen. Der Hund muss weitestgehend mit dem Gehör markieren.

Diese erste Markierung arbeiteten beide Mädels besser als gedacht. Danach wird an die Fallstelle der Markierung ein Dummy nachgelegt und es fällt eine neue Markierung in den Bachlauf. Diese wird gearbeitet und der Hund danach auf die alte Fallstelle von D1 den Hang hochgeschickt.

Die Markierung war für beide Damen kein Problem. Beim Voran blieben beide kurz am Bachlauf hängen aber mit einem „Back“ fanden beide ihren Weg hoch zur alten Fallstelle und pickten ihr Memory. Sehr fein gemacht 🙂

Inzwischen waren die Temperaturen ganz schön gestiegen und wir wanderten unseren Weg weiter zur dritten und letzten Station. Nochmal ein Voran mit einer Verleitmarkierung.

Zuerst legte Gabi unbemerkt 2 Dummys aus und wir setzten unseren Weg fort (blaue Linie). Der Weg verlief dort in einer scharfen Kurve und die Hunde mussten über dieses Stückchen Gelände geschickt werden. Leider fängt das Foto nicht ein, das der Bewuchs schwierig und das Gelände abschüssig war.

Aufgabe 3

Aufgabe 3 (b)

Hier hat man dann doch gemerkt, dass richtige Blinds noch nicht so unsere Stärke sind. Aber, sie ging raus… wenn auch viel langsamer als auf einen Memorypunkt und sie hat auch gefunden. Die Markierung war dann Formsache.

Ich war doch ziemlich beruhigt als ich sah, dass auch Ejby etwas zögerlicher das Gelände annahm. Dennoch war sie schneller am Blind. Ivonne macht sich eine Notiz … Suchenpfiff weiter üben!!!!

Nun stapften wir den Rest des Weges schnatternd durch den Wald und viel zu schnell waren wir dann wieder am Auto. Liebe Gabi … vielen Dank für deine Hilfe bei der Unterkunft, den schönen „Walk mit Work“ und natürlich … Kaffee & Kuchen 🙂

Ich hoffe wir treffen uns ganz bald wieder.

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~ von Ivonne - 11. August 2013.

Eine Antwort to “Von Hirschen, Eulen und Dummys”

  1. Liebe Ivonne,
    uns hat der Samstag mit euch auch ausgesprochen gut gefallen. Und total super war’s, dass sich unsere beiden Mädels so prächtig verstanden haben. Die zwei haben sicherlich genau so viel rumgetötert wie wir zwei :-))).
    Euer Wassernapf befindet sich zurzeit wahrscheinlich in der Bretagne, Norbert hat ihn bestimmt nicht mehr aus dem gepackten Urlaubsauto rausgenommen :-).
    Zu schade, dass wir so weit voneinander wohnen.
    Auf ganz bald
    Gabi und Ejby

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